Zitat

Die neue Gelassenheit

„Meine Hobbys waren schon immer Essen und Schlafen und ich habe nicht vor,
irgendwas daran zu ändern oder auf irgendwas zu verzichten!“

(Jenny, seit zwei Monaten Typ 1 und offenbar gefräßige Schlafhobbyistin wie ich)

Ich schwanke noch zwischen Skepsis und Bewunderung, während der Dia-Doc bereits zustimmend nickt.

„Das ist die neue Gelassenheit.“, 

meint er und erklärt uns Dia-Fortbildungsteilnehmern, dass man heutzutage entspannter mit dem Thema umgehe und höhere Zuckerwerte zulasse. So seien Werte über 200 nach dem Essen völlig in Ordnung, solange der Langzeitwert niedrig genug bleibt. Und selbst der dürfe in diesen Tagen höher sein.

So verlockend das auch klingt, ich empfinde es im Moment noch als eine echte Herausforderung, nicht der Selbstoptimierung zu verfallen. Und ja, die geliebte Technik ist daran nicht ganz unschuldig. Die mySugr App erkennt schließlich nicht, ob der Wert nur kurz über 200 ist, er wird gnadenlos gelb oder rot gefärbt und löst damit unweigerlich ein schlechtes Gewissen in mir aus. Hyper: 1, steht dann dort und es fühlt sich so an, als hätte ich was falsch gemacht.

Wenn meine App schon nicht gelassen reagiert, wie soll ich es dann?!

Wie gelassen reagiert ihr eigentlich? Bei welchen Werten steuert ihr gegen? Was löst bei euch ein schlechtes Gewissen aus?

2 Gedanken zu “Die neue Gelassenheit

  1. Die Gelassenheit kommt mit der Routine, so ist zumindest meine Erfahrung.
    Auch ich hab am Anfang fast jeden zu hohen Wert als Katastrophe empfunden, und auch heute tu ich mir noch manchmal schwer bei der Dia-Beraterin nicht zu sehr über die Ausreißer zu maulen, oder mich zumindest zusammen zu reißen, und in den meisten Fällen wurde mir dann auch gesagt, dass ich zu streng mit mir bin. Die Gelassenheit hab ich erst lernen müssen.
    Selbstoptimierung kann echt anstrengend sein, und einen runterziehen, aber muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein. Wie bei allem sollte man es in Maßen und nicht in Massen machen.
    Andererseits, lieber am Anfang „zu viel“ machen und so die Routine erlernen, als irgendwann diese Routine hart erlernen müssen, weil man alles hat schleifen lassen.

    Gefällt 1 Person

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