Und nun zum Spocht

Da hat man ausnahmsweise die guten Vorsätze in die Tat umgesetzt, dem neuen Fitnessstudio schon ganze zwei Besuche dieses Jahr abgestattet, da grätscht der Diabetologe mit Sportverbot dazwischen. Na gut. Er hat recht und ich eine gute Ausrede.

Vor einer Woche dann bin ich das erste Mal zurück im Studio, mit einem etwas seltsamen Gefühl. Hat Sport Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel? Natürlich. Wie alles. Wahrscheinlich sinkt er, genaueres weiß ich erst hinterher. Ich bin vorbereitet und habe brav meinen 1 BE Müsliriegel verputzt, um mich von 135 auf irgendwas-darüber zu hieven.

Erst einmal kläre ich jedoch den Cheffe auf. 5 Minuten später (Fakten, Fakten, Fakten) blicke ich in sein Gesicht und sehe eine gehörige Portion Unbehagen, wenn nicht sogar ein bisschen Angst. Vermutlich stellt er sich gerade vor, wie ich von einem seiner Geräte purzel um hier, in seinem hübschen Studio und vor seinen Augen spontan zu versterben. Die Vorstellung scheint ihm nicht zu gefallen.

„Wie oft passiert Dir das so, dass Du ohnmächtig wirst?“

Himmel! Ich sollte dringend ein Wörtchen mit meinem Erklärbär wechseln. Habe ich derart übertrieben?

Gar nicht. Und das passiert auch nur super selten. Also…“

Weitere 5 Minuten später habe ich so sehr zurückgerudert, dass ich mir das Aufwärmen gleich sparen kann. Ich hätte ja alles total profimäßig im Griff, würde vorher essen, vorher messen, mittendrin auch und überhaupt, hab‘ ich Diabetes gesagt? Eigentlich meinte ich Schnupfen.

Fazit 1: Ich hatte noch nie ein so eng betreutes Training.

Fazit 2: Offenheit erzeugt oft auch Unwohlsein und Unbehagen beim Gegenüber. Ein Stück weit kann ich das verstehen; woher soll er es auch besser wissen!? Gefallen muss es mir trotzdem nicht, denn am Ende bedeutet es Vertrauensverlust in mich als Person. Vertrauen, das ich erst — mehr oder weniger mühsam — zurückgewinnen muss.

[Nachtrag: BZ nach dem Sport: 124 — also alles im grünen Bereich. Glücklicherweise bin ich weder umgekippt, noch geplant oder spontan verstorben. Cheffe und ich sind gleichermaßen froh darüber. ツ ]

4 Gedanken zu “Und nun zum Spocht

  1. Thomas schreibt:

    Hey, verfolge deinen Block seit kurzem.

    Vielen Dank dafür. Dein Humor trifft ins Herz. Musste so lachen eben……

    Mach weiter so.

    Lieben Gruß
    Thomas
    * auch grade etwas über 41 und seit 8 Monaten mit Typ1 dabei….

    @lowsugaralien

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    • Danke für Deinen netten Kommentar. Schön, wenn man auf diese Art „gemeinsam“ den Zucker mit Humor bewältigen kann. In diesem Sinn, ein lustiges Wochenende! 😉

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